Freier Mühlteichblick

Freilegen eines Uferabschnittes durch Abtrag der Uferverwallung

In den Jahren 1979-82 wurden die Teich im Dieskauer Park durch die Binnenfischerei umfangreich saniert. Die dabei anfallenden Sedimentmassen wurden in Form einer Insel und eines Walles an der Ostseite des Großen Mühlteichs abgelagert. Dadurch wurde auch die historische Sichtbeziehung zwischen Vater-Hoffmann-Denkmal, Lyrischem Baumkreis und der Wasserfläche unterbrochen. Um diese Sichtbeziehung wiederherzustellen, wurde das Projekt „Freier Mühlblick“ gestartet.

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Das dichte Schilf verhindert die freie Sicht

 

Die Beräumung fand am 09.11.2012 statt, nach Vermessungs- und Markierungsarbeiten, die Herr Schnauß aus Halle als pensionierter Vermesser maßgeblich unterstützte. Der Baggerführer der Firma KRAMER / Merseburg modellierte den neuen Uferbereich mit Geschick und Präzision.

Der Förderverein „Park Dieskau“ dankt herzlich allen Beteiligten, die durch ihr unentgeltliches Engagement das Vorhaben überhaupt erst ermöglichten: der Kramer GmbH + Co KG Merseburg, der Schannewitzki Städtereinigung GmbH Zwintschöna und Jürgen & Simon Thürer, Halle. Auch der Bauhof der Gemeinde Kabelsketal beteiligte sich am Abtransport der Erdmassen.

In einer zweiten, abschließenden Arbeitsetappe Ende November und Anfang Dezember beräumten Mitglieder des Fördervereins den 10 m tiefen Schilfstreifen am ehemaligen Wallfuß.

Erstmals seit über dreißig Jahren kann nun der Parkbesucher wieder die historische Sichtbeziehung von der Vater-Hoffmann-Vase über den Großen Mühlteich wahrnehmen. Die Verwallung als trennendes Element in der Parklandschaft ist zumindest in diesem Bereich Vergangenheit.

 

 

Eine endlose Geschichte

Obwohl große Mühen für die Vollendung dieses Projekts erbracht wurden, war der Erfolg nur von kurzer Dauer. Innerhalb weniger Jahre überwucherte das Schilf den gesamten freigelegten Bereich wieder und versperrte somit wieder die Sicht. Deshalb wurde im Winter 2017 ein erster Versuch gestartet, die Erfolge des Projekts wiederherzustellen. 2012 waren die Bedingungen viel günstiger für diese Arbeiten, da der Wasserstand so niedrig war, dass das Schilf bodennah abgeschnitten werden konnte. 2017 war dies nicht mehr möglich. Stattdessen musste auf strengen Frost und tragfähiges Eis gewartet werden. Deshalb ist das Ergebnis dieses Mal weniger umfangreich geraten.

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Die Sicht auf einem kleinen Bereich wurde wiederhergestellt